NOTAWAMISSOUIN ON BAVARIAN RADIO:

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Nicht länger untätig – Idle no more Eine kanadische Protestbewegung

Indianische Aktivisten und Umweltschützer protestieren gegen ein Gesetz, das der kanadischen Regierung ungehinderten Zugriff auf indianisches Land ermöglicht, um dort Resourcen zu plündern. Wieder einmal werden Verträge gebrochen, wieder einmal wird das  Land zur Beute für den energiehungrigen kanadischen Staat.

Stand: 08.03.2014

Am 14. Dezember 2012 verabschiedete der kanadische Staat im Eiltempo das Gesetz Bill C-45. Die Bill C 45 ermöglicht Unternehmen Zugang zu bisher nicht erschlossenen Energiequellen, indem das Gesetz vertragliche Rechte der indianischen Nationen in Bezug auf das eigene Land sowie Umweltschutz und Selbstbestimmungsrechte der First Nations aushebelt und stattdessen die ungehinderte Rohstofferschließung in diesen Territorien ermöglicht.  Ein beachtlicher Anteil der begehrten Bodenschätze, Gold, Holz, und vor allem Ölvorkommen, befindet sich auf indianischem Land.

“We can´t be idle no more”

Sylvia Mc Adam, indianische Aktivistin

Sylvia McAdam ist eine der Frauen, die “Idle no more“, mitbegründet hat. Idle no More, das heißt auf Deutsch: nicht länger untätig sein. Und ist der Name für eine kraftvolle Bewegung, die für Gegenwind sorgt und aufbegehrt gegen das Gesetz Bill C 45. Sylvia Mc Adam stammt aus der Nēhiyaw Nation, auf Englisch Cree genannt.  Als Juristin überblickt sie sehr genau die politischen und ökologischen Implikationen diese Gesetzes. Und entschloß sich, Widerstand dagegen zu organisieren.

“Letztes Jahr war ich dabei, ein Buch zu schreiben. In einem Kapitel geht es ums Land. Das weckte in mir viele Kindheitserinnerungen: an  kristallklares Wasser, an Wälder und Wildnis. Und mich packte der Wunsch, heimzukehren und dort an dem Kapitel zu arbeiten. Das tat ich. Ich packte und ging zurück aufs Land. Zu den Flüssen, zu unseren Jagdgebieten. Doch was ich vorfand, erschütterte mich. Die Bäche waren ausgetrocknet, das Land wurde beackert, der Wald wurde in einem immensen Ausmaß abgeholzt”

Sylvia Mac Adam, Cree

Eben noch bei Facebook und jetzt teilen wir Kanda unter uns auf

Sylvia McAdam und BR-Autorin Sonja John | Bild: BR / Sonja John

Sylvia Mc Adam und BR-Autorin Sonja John

Als Sylvia sich in den Wald aufmachte, um auf ihrem vertraglich reservierten Land eine Jagdhütte zu errichten und andere Indigene dazu aufrief, gleiches zu tun, stellte sie die neue gesetzlich hergestellte Fremdbestimmung durch die kanadische Regierung in Frage. Das besondere Verhältnis zwischen First Nations und dem kanadischen Staat gründet auf internationalen Verträgen. Die Anerkennung ihrer Rechte und die Aufrechterhaltung dieses besonderen Verhältnisses gehören seither zu den Forderungen von Indigenen und prägen die Kernforderung von Idle No More.

Eine Bewegung vor allem von Frauen

“Idle no more” ist eine Bewegung, die nicht nur, aber vor allem von Frauen getragen wird,  die 2012 begannen, sich miteinander zu vernetzen. Nur zwei von ihnen kannten sich vorher persönlich, tauschten sich zunächst in einem Chatroom über die Folgen der Bill C-45 aus.

“Und dann sagten wir uns: Wieso nicht ein nationaler Aktionstag? Dabei hatten wir von Aktivismus keine Ahnung. Aber wir riefen für den 10. Dezember 2012 einen nationalen Aktionstag aus. Daraufhin haben uns so viele Menschen kontaktiert. Wir fragten, wer uns helfen kann. Und auf einmal hatten wir Torri Cress aus Toronto, Darla Goodwin aus British Columbia. Wir hatten Janice und Tania. All die Leute aus Alberta und Ottowa. Und in Winnipeg hatten wir Nina, die dort zur Uni geht. All diese Menschen folgten unserem Aufruf, größtenteils Frauen. Am 10. Dezember waren wir selbst überrascht: Eben noch bei Facebook und nun teilten wir Kanada unter uns auf”

Sylvia Mc Adam, Cree

Koloniale Unterdrückung

“idle no more” – Vernetzung gegen die Plünderung des Landes

Idle No More argumentiert, dass mit dem Gesetz  Bill C-45 die kolonialen Eroberungsfeldzüge des einstigen Siedlerstaates fortgesetzt werden, denn schon die  Gründung und der Aufstieg Kanadas gründen auf der Enteignung der First Nations und deren Vertreibung. Mit den Gesetzesänderungen wird die moderne Landbesetzung wesentlich vereinfacht. Idle No More kritisiert die kapitalistische Landzerstörung sowie die Attitüde der manifest destiny , die Selbstverständlichkeit, mit der sich die Weißen die Welt und andere Völker Untertan machen.

Das Land bewahrt die Traditionen und das kulturelle Erbe

Land ist für indigene Gemeinschaften essentiell und bei weitem mehr als rein materielle Ressource, es ist kultureller Besitz, dessen man sich immer wieder rückversichert, in Form von Geschichten, durch religiöse Zeremonien. So bestärkt man  im Lauf jahrhundertelanger Verbundenheit die eigene Identität als Zugehörigkeit zu genau diesem Stück Land. Ein Angriff auf indigenes Land ist daher auch immer ein Angriff auf indigene Identität.

“Ich sprach mit den Ältesten. Und sie sagten zu mir: In Zeiten der Krise gibt es ein Gesetz, das die Frauen aussprechen. Dieses Gesetz heißt Notawamissouin. Notawamissouin bedeutet die Kinder verteidigen. Und nicht nur indigene Kinder, sondern alle Kinder. Und es reicht noch weiter. Du musst auch die Kinder der Tiere verteidigen und die der Pflanzen. Und dieses Gesetz ist heilig. Es ist friedlich. Es ist ein Gebet nicht nur für die jetzige Generation, sondern auch für die sieben Generationen, die uns folgen werden.”

Sylvia Mc Adam, Cree

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/weitwinkel/idle-no-more-102.html

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